Im Arbeitsvertrag steht eine Zahl. Am Konto landet eine andere, deutlich kleinere. Für viele ist der Unterschied überraschend groß. Wer versteht, wie sich die Abzüge in Österreich zusammensetzen, kann besser planen, und vor allem besser verhandeln.
Was wird eigentlich abgezogen?
Vom Bruttogehalt gehen in Österreich zwei große Blöcke ab, bevor das Geld bei dir landet:
Sozialversicherung (SV): Das ist der Beitrag zur Kranken-, Pensions-, Unfall- und Arbeitslosenversicherung. Als Arbeitnehmer:in zahlst du aktuell rund 18 Prozent deines Bruttogehalts in die Sozialversicherung ein. Dieser Betrag wird direkt vom Arbeitgeber abgezogen und weitergeleitet.
Lohnsteuer: Das ist die Einkommensteuer für Unselbstständige, die dein Arbeitgeber monatlich ans Finanzamt abführt. Sie wird progressiv berechnet, das heißt: Je mehr du verdienst, desto höher ist der Prozentsatz, den du auf den oberen Teil deines Einkommens zahlst.
Als grobe Faustregel gilt: Bei einem Single ohne Kinder bleiben ungefähr 65 bis 70 Prozent des Bruttogehalts netto übrig. Bei höheren Einkommen sinkt dieser Anteil, bei niedrigen Einkommen kann er etwas höher liegen.
| Bruttogehalt / Monat | SV-Abzug (ca. 18 %) | Lohnsteuer (ca.) | Nettogehalt (ca.) |
|---|---|---|---|
| 2.000 € | 362 € | 0 € | 1.638 € |
| 2.500 € | 452 € | 115 € | 1.933 € |
| 3.000 € | 542 € | 268 € | 2.190 € |
| 4.000 € | 722 € | 603 € | 2.675 € |
| 5.000 € | 902 € | 1.022 € | 3.076 € |
Für eine genaue Berechnung mit deinen persönlichen Daten (Pendlerpauschale, Kinder, Freibeträge) nutze direkt den jobs.at Brutto-Netto-Rechner.
In Österreich erhalten die meisten Arbeitnehmer:innen 14 Monatsgehälter pro Jahr: Das Urlaubsgeld im Sommer und die Weihnachtsremuneration im Herbst. Diese Sonderzahlungen werden steuerlich begünstigt behandelt, weil ein niedrigerer Steuersatz gilt als bei den regulären Monatsbezügen. Das ist einer der Gründe, warum das Nettoeinkommen in diesen Monaten deutlich höher ausfällt.
In Österreich erhalten die meisten Arbeitnehmer:innen 14 Monatsgehälter pro Jahr: Das Urlaubsgeld im Sommer und die Weihnachtsremuneration im Herbst. Diese Sonderzahlungen werden steuerlich begünstigt behandelt, weil ein niedrigerer Steuersatz gilt als bei den regulären Monatsbezügen. Das ist einer der Gründe, warum das Nettoeinkommen in diesen Monaten deutlich höher ausfällt.
Was die Nettozahl noch beeinflusst
Die Abzüge sind nicht für alle gleich hoch. Wer Kinder hat, profitiert vom Familienbonus. Wer längere Wege zur Arbeit hat, kann die Pendlerpauschale geltend machen. Auch ein Alleinverdiener- oder Alleinerzieherabsetzbetrag kann das Nettoeinkommen spürbar erhöhen. Für genauere Berechnungen lohnt sich der Steuerausgleich, über den sich viele Österreicher:innen jährlich im Schnitt über 1.000 Euro zurückholen.
Die wichtigsten Takeaways
- Vom Bruttogehalt gehen rund 18 % Sozialversicherung und Lohnsteuer (progressiv) ab.
- Als Faustregel bleiben Singles etwa 65 bis 70 % des Bruttos netto.
- Das 13. und 14. Gehalt werden steuerlich günstiger behandelt.
- Kinder, Pendlerpauschale und andere Faktoren können das Netto-Einkommen erhöhen.
Brutto, netto - was bleibt wirklich?
Berechne ganz einfach, was du mit deinem neuen Gehalt am Konto hast. Inklusive Pendlerpauschale und Lohnsteuer
Hinweis: Die Angaben in diesem Artikel basieren auf den Steuer- und Abgabensätzen des Jahres 2025. Da sich Steuersätze und gesetzliche Regelungen ändern können, empfehlen wir bei späterem Lesen, die aktuellen Werte zu überprüfen.
Quellen: Bundesministerium für Finanzen (BMF) | WKO Österreich | Arbeiterkammer Österreich | DerFinanzcheck.at